Israel über alles: Linksjugend Solid solidarisch mit Apardheidsstaat

Die letzte Hoffung? Der Sprecher*innenkreis der Linksjugend Solid in Nordrhein-Westfalen.

Wer es im linksparteinahen Jugendverbandes Linksjugend [’solid] in Zukunft wagen sollte die Zustände in Israel und den dort täglich praktizierten Rassismus gegen die arabisch-muslimische Bevölkerung im Lande selber oder in den angrenzenden Gebieten in Gaza und im Westjordanland zu beanstanden, muss ab sofort damit rechnen, öffentlich als Antisemit gebrandmarkt zu sein. So ein Beschluss des Bundeskongresses in Erfurt, der am 18. April 2015 mit knapper Mehrheit von den Delegierten angenommen wurde. Dies kommt einer offenen Absage an jede antirassistische Praxis gleich und ist der endgültige Bruch mit den Maximen des Internationalismus. Ähnlich, wie Rechtpopulist*innen und Neonazis hierzulande ihr Deutschland vor den linken Deutschlandhasser*innen zu schützen suchen, so schützen die deutschen Linksnnationalist*innen ihr heiliges Kalb Israel vor den Angriffen linker Kritiker*innen. Gerne beziehen sie sich dabei auf zivilisatorische und emanzipatorische Vorzüge, die Israel gegenüber den Diktaturen des Nahen und Mittleren Ostens zu bieten hat oder bringen den Apardheidsstaat in Stellung gegen einen herbeifantasierten Islamofaschismus, der angeblich die Hauptideologie der arabisch-muslimischen Bevölkerung identifiziert wird. Dabei blenden sie aus, dass dieser Staat seine Vormachtstellung in der Region mit äußerster Brutalität gegenüber der nicht-jüdischen Bevölkerung in der Region durchsetzt und mit regelmäßigen Flächenbombardement und Exekutionen die Menschen in Angst und Schrecken versetzt. Unterdrückung erfahren in Israel aber nicht nur muslimische Araber*innen, sondern auch linke Kritiker*innen der rassistischen und militaristischen Politik des Staates Israel.

Die nordrheinwestfälische Delegation des Jugendverbandes, die im Vergleich zu den eher arisch geprägten Delegationen aus dem Rest der Republik migrantisch geprägt ist, verließ den Sitzungssaal aus Protest und erteilte dem Beschluss eine deutliche Absage. Doch auch das wird nichts nützen: die Jugendorganisation zeigt in welche Richtung es auch für die Partei geht. Denn wer mitregieren will und zum politischen Establishment der BRD gehören will, der muss staatlichen Rassismus, imperialistische Kriege, die Militarisierung der Gesellschaft mittragen und muss zu den Verbrechen der BRD-Verbündeten in New York, London, Jerusalem oder Kiew schweigen. Die Linie, die durch die Spitzen in den östlichen Landesverbänden der BRD eingeschlagen wurde, zeigt auch schon wohin es geht: Kriegsbeteiligung unter Mithilfe linker Regierungsbeteiligung. Obwohl der Beschluss in einigen Punkten zurecht einen verschwörungstheoretisch motivierten Antisemitismus kritisiert, bleibt der Tenor des Beschlusses zionistisch und nimmt keine Grenzziehung vor, wenn er allgemein von der der Dämonisierung Israels als Apardheidsstaat spricht und somit genügend raum lässt jede*n linken Kritiker*in als Antisemit*in auszuweisen. Die Praxis zionistischer und deutschnationalistischer Denuntiation konnte in der Organisation und der Partei in den letzten Jahren vor allem durch das schäbige Vorgehen des nationalistischen Zirkels BAK Shalom beobachtet werden, dessen Hauptaufgabe es ist, friedenspolitische Genoss*innen der Linkspartei als Nationalsozialisten zu diffamieren und sich vor allem damit hevor getan hat, durch die Glorifizierung des israelischen Militarismus die rassistische Praxis der staatlichen Behören in Israel zu unterstützen.

Psychoanalytisch betrachtet handelt es sich bei der linken Israelbegeisterung und der Lust zur Denunziation und Hetzjagd von angeblichen Antisemiten um einen umgelenkten, fanatischen und weißeuropäischen Nationalismus, der aufgrund der Verbrechen des Nationalsozialismus in Deutschland zwar nicht mehr offen ausgelebt werden darf und daher auf Israel übertragen wird. So steht der deutsche Neonationalist nicht nur moralisch auf der sicheren Seite, sondern kann seinen urdeutschen Trieben nach regressivem Kollektivismus gepaart mit einer Portion Barbarei, Rassismus und Vernichtungswunsch in aller Öffentlichkeit frönen. Wir als anarchostalinistische Internationale verurteilen den Beschluss der Linksjugend [’solid] und rufen alle Genoss*innen, Werktätigen und sympathisant*innen dazu auf, Veranstaltungen der Linksjugend zu boykottieren und jegliche Zusammenarbeit mit der Organisation und ihren Mitgliedern in Bündnissen zu verhindern.

Free Palestine!
Deutschland ist scheisze – Israel auch!
Israelkritik ist gerechtfertigt!

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized abgelegt und mit , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s