Bankster an den Galgen: Eröffnung des Instituts für regressive Kapitalismuskritik

irk_logoIn Davos hat am letzten Wochenende das Institut für regressive Kapitalismuskritik seine Tore geöffnet. Die Anastalia-Redaktion hat Dr. Bernd Mustard, einen der renomiertesten Wissenschaftler*innen des Instituts, interviewt. 

Hallo Herr Doktor Mustard. Welchen Zweck verfolgt das neugegründete Institut, für das sie in Zukunft arbeiten werden?

Meine lieben Genossen. Ich bin sehr froh, dass ihr euch als Anarchostalinistische Fraktion in Deutschland für unser Institut interessiert und uns die Möglichkeit gebt auf eurem Blog unser Institut vorzustellen. Der Anstoß zur Gründung des Instituts gab eine zornige Diskussion um den Begriff des Wertes innerhalb des akademischen Marxismus. Während einige Apologeten der neuen Marxlektüre und der reaktionären Wertkritik-Szene den Wert und den Tausch als das zentrale Problem der kapitalistischer Gesellschaft bezeichneten und in der Warenform das zentral zu kritiserende Problem sahen, hoben wir als regressive Tendenz immer hervor, dass für uns das Geld-, Zins- und Schuldsystem zu den zentralen Angriffpunkten einer regressiven Kapitalismuskritik gehören. Die von uns zur reinen Metaphysik entblößte Herangehensweise einiger Marxisten, dass das Kapital eine unsichtbare Maske sei und Ackermann daher Opfer ist, wendete sich bei uns um in eine konkrete Vorstellung von dem, was, wer und wie unterdrückt und das nur auf Grundlage einer personalisierten und klassenorientierten Methode eine wahrhaft materialistische und revolutionäre Kritik der politischen Ökonomie stattfinden kann. Geld (d.h. Münzen, Geldscheine, Schecks und Kredite) und seine verselbständigte Form als Ware (z.B. Anleihe, Derivat) sind die Zügel, mir der die herrschende Klasse der Bourgeoisie die Arbeitermassen von den Früchten, die ihre eigenen Hände erschaffen haben, entfremdet. Nicht das Geld und seine Warenform sind also das Problem, sondern diejenigen die willentlich diese Waren dazu nutzen uns abhängig zu machen. Berichte in der Zeitschrift STERN bestätigen diese Schlussfolgerung.

Dr. Bernd Mustard

Aber findet ihr es nicht total regressiv, wenn ihr nur gegen die Bankster hetzt? Was ist zum Beispiel mit dem Ehemann in der Familie oder der fiesen Vorgesetzten im Call Zentrum?

Natürlich finden wir das regressiv und das ist auch gut so. Denn das Regressive knüpft viel eher an das Bewusstsein der arbeiten Massen an. Dieser Regressvität eine progressiv daher kommende Intellektualität entgegenzusetzen, kann nur unwirksam bleiben, angesichts des Blödsinns, der den Menschen von RTL II und arte täglich vorgesetzt wird. Bankmanager und Politiker, Verbandsfunktionäre und Aufsichtsräte, aber auch Moderatoren und Popstars, sie bilden die treibenden Kräfte in der Gestaltung der allseits herrschenden Regressivität der Bewusstseinsentwicklung. In diese Entwicklung einzugreifen, mit der Oberflächenstruktur der Regressivität kommt also einem Akt der Subversion gleich und kann sogleich mit Gramscis Hegemoniebliblablupp begründet werden. Regressive Kapitalismuskritik bedeutet für uns die regressivsten Elemente des Kapitalismus nicht nur zu reproduzieren, sondern sie als Struktur zu sehen, in die wir unsere Wirkkräfte als revolutionäre Wissenschaftler wirken lassen können, um so die erniedrigten Massen zur proletarischen Weltrevolution zu führen.

Wie steht ihr zu Stalin? Habt ihr mal was von ihm gelesen?

Stalins Werke sind in unserer Theoriebildung von entscheidender Bedeutung. Durch sie erst können wir den wahren Kern der marxistisch-leninistischen Irrwege begreifen. Stalins Gulagkonzept mag manchen zu weit gegangen sein, aber die Verteidigung der Sowjetunion angesichts einer um sich greifenden, globale Retardierung der herrschenden Klasse und einer wachsenden barbarischen Feindschaft zum Sozialismus, gehört zu den großen Taten die Stalin als Führer seiner Klasse für seine Klasse errungen hat. Ein anderer Denker, der für unsere Theoriebildung einen entscheidenden Einfluss hatte, war Theodor W. Adorno, denn ich jetzt mal kurz zitieren möchte: „Der Umstand, daß Intellektuelle meist mit Intellektuellen zu tun haben, sollte sie nicht dazu verführen, ihresgleichen für noch gemeiner zu halten als den Rest der Menschheit.“ Da können wir ihm nur Recht geben und natürlich bei all dem Rest, den er noch abgesondert hat. Wichtig für uns sind auch die Parlamentsreden von Joschka Fischer, in denen er die herrschende Klasse angreift und zum Krieg gegen Jugoslawien aufruft. Ein wahrhafter Meisterhaftes Forschungsobjekt regressiver Kapitalismuskritik.

Wie stehts mit Frauenrechten?

Bürgerlicher Humbug! Die Frauenunterdrückung ist ein bedeutungsloser Nebenwiderspruch und wir sich nach der proletarischen Revolution von selbst lösen, wie namhafte Marxisten bereits vor mir prophezeiten. Da heute Frauen in den kapitalistischen Zentren bereits von den schlimmsten Lastern der patriarchalen Unterdrückung befreit sind, muss das Feld unserer Arbeit ein anderes sein, nämlich bei der Arbeit und beim Besitz. Und da kommen wieder die gierigen Bankster, die autoritären Chefs und die selbstgefälligen Medien- und Sportbonzen daher, während die lohnabhängige Großklasse erniederigt wird ohne Ende. Also muss ein Aufstand angezettelt werden, bei dem sie Siegen und alles wird gut – auch für Frauen und Transgender-Gedöns.

Ihren regressiven Einstellungen ist es schwer etwas entgegenzusetzen, aber halten sie ihre Herangehensweise nicht kontraproduktiv für die proletarische Revolution?

Nein, wieso denn? Die Menschen gilt es aus ihrer jetzigen Unzulänglichkeit herauszuholen. Wir wenden hierbei Methoden der systemischen Therapie an, in der wir die  regressiven Elemente der Menschen wachrufen, neu justiern und sie in einen Kontext des revolutionären Klassenkampfes stellen. Diese Energien wachzurufen kann nur gelingen, wenn die Methoden streng wissenschaftlichen Kriterien folgen (z.B Validität).

Haben sie nicht die Befürchtung, dass sie damit den allgemeinen regressiven Tendenzen in der Bewusstseinseintwicklung der Menscheheit in die Hände spielen und so tausende von Revolutionären in Gefahr bringen?

Unsere Aufgabe besteht darin wissenschaftliche Forschung zu betreiben, um damit Revolutionären weltweit das nötige Rüstzeug in die Hand zu geben, um dann die Menschen erfolgreich zu überzeugen vom revolutionären Klassenkampf. Wir arbeiten interdiszipliär. Unser Team besteht aus Ökonomen, Politologen, Psychologen, Soziologen,  Historikern, Philosophen, Anthropologen und Pädagogen. Unser Team arbeitet mit den neuesten Forschungsinstrumenten und jeder Mitarbeiter ist einer Meister seines Fachs. Wir stehen in den Startlöchern und haben bereits angefangen mit den ersten Untersuchungen auf dem Gebiet der gsellianischen Geldwerttheorie und der Dekonstruktion des proudhonschen Menschenbildes. Unsere Praxisgruppe um Prof. Dr. Heiner Ziegler erarbeitet zur Zeit ein Konzept zur Optimierung von Dämonisierungsprozessen in öffentlichen Politinszenierungen. Von daher ist unser Gebaren keine Gefahr für die Revolution, sondern ihre Bedingung.

Wie kann man bei euch mitmachen und ist es überhaupt erwünscht?

Unsere Auswahlkriterien sind sehr streng. Bewerber müssen Summa Cum Laude haben und mindestens zwei Fächer studiert haben: ein naturwissenschaftliches und ein kulturwissenschaftliches. Wir legen viel Wert auf eine elitäre Einstellung unserer Mitglieder zum Rest der Gesellschaft. Die Bildung und die Kompetenzen die wir besitzen geben uns die Autorität unsere Forschung und Propaganda erbarmungslos fortzusetzen und als abgeschlossene Avantgarde gegen die bestehende Ordnung zu führen.

www.weltrevolution.de

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