Gendercheck: Alvgjerd Brösk

Viel zu lange war es still um Alvgjerd Brösk (44), Publikumsmagnet des finnischen Impro-Theaters und Gründerin der Anarchostalinistischen Frauenbewegung Finnland (ASFBF). Nun beendet die ausgebildete Theaterpädagogin ihre Zurückgezogenheit und meldet sich mit einem trotzigen Lebenszeichen in Richtung Phallus gewohnt wortgewaltig zurück.

Bekannt wurde Brösk in den 90er Jahren vor allem durch ihre Arbeit als Intendantin und Dramaturgin der Lappeenranter Volksbühne, in der sie sich durch herausragende Regiearbeit hervortat. Durch Feurige Feuilletons und eine öffentlich ausgetragene Privatfehde mit der finnischen Alice Schwarzer light (cvetlana hietâva), deren Texte sie einige Jahre später ins Deutsche übersetzen sollte und mit der sie heute eine intime Freundschaft verbindet, machte sie von sich reden. Seit Mitte der 90er Jahre stellte sie ihr Schaffen schließlich in den Dienst der Anarchostalinistischen Bewegung und ist seither deren finnisches Schwert und Schild. Nun veröffentlicht die inzwischen auf Sylt lebende examinierte Germanistin (Studium an der Universität Jyväskylä) erstmals in deutscher Sprache. Die Anastalia Redaktion sagt danke! Keine Frage, die Alte hat’s fett drauf!

Gender & more

 

Schläfst du schon? , fragte er sie, indem er sich aufrichtete. Keine Antwort. Findest Du es nicht auch merkwürdig, dass die Einfalt –genau wie das Zänkische- allerorts zu finden ist? Zu jeder Zeit an jedem Fleck. Seinem hereditären Bedürfnis nach einer sinnstiftenden Rettungsidee begegnet man durch progressive Infantilisierung. Obsolete Devolution. Ein genuin bürgerliches Phänomen! Findest Du das nicht seltsam?

Die utopische Vorstellung eines harmonischen, allumfassenden Ordnungsprinzips bei gleichzeitig vollständiger Sinnfreiheit. Evidente, epochale Torheit – ebenso plump wie unverblümt. Biologisch orientiertes Denken bestimmt den Mann. Trieb- und Zufallsbestimmter Androzentrismus. Findest Du das nicht unverschämt?

Wer braucht schon Humboldt, wenn er saufen kann. Wozu wissen wohin? Hauptsache dabei! Nur nicht alleine sein. Alleine sein, ist denken. Man will davon nichts wissen wollen. Wahrgenommen zu werden, reicht ihm völlig. Des Kaisers neue Kleider tragen – esse est percipi! Gierig sabbernd, ferkelnd, frech. Achill vor dem Spiegel beim Betrachten der Muskelpracht, während Penthesilea ihm ein Süppchen kocht. Findest Du das nicht angestaubt?

Jupiter hofiert Alkmene, Amphitryon schuftet am Band. Tanktop und Minirock. Das Diadem des Labdakus, ein wüst gepanschtes Mischgetränk? Apollinische Distanz flieht dionyscher Versuchung. Findest Du das nicht feige?

Enturbanisierung der Empfindung durch Globalisierung der Unverbindlichkeit: vordergründig spektakulär, wesentlich belanglos. Der Archetypus als Taschenspieler. Virtuose Poetik des Phrasenhaften, obenhin und beiläufig. Findest du das nicht frech?

Hinnehmendes Seufzen…“ich werde mich von ihm trennen!“, dachte sie bei sich, bevor sie ihm entschlief.

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