Nahost und die Kein-Staat-Lösung

Das Palituch und die Israel-Fahne sind für uns Bluttücher. Als AnarchastalinistInnen fordern wir die Kein-Staaten-Lösung für Nahost und verfluchen alle kackdeutschen Spalter.

Immer noch stehen sich Juden und Araber im historischen Palästina in erbitterter Feindschaft gegenüber. Während sich in Israel ein anti-islamischer Rassismus breit macht, werden von Hebron bis Gaza die Kinder zu Antisemiten erzogen. Ein andauernder Frieden scheint weit in Sicht. Verhandlung zwischen den Herrschern von Amerika und Europa und den Herrschern der jeweils verfeindeten Konfliktparteien sind zur diplomatischen Folklore verkommen.

Wenn es um die Lösung des Konflikts geht, stehen sich zwei dominante Konzepte gegenüber: die Ein-Staat-Lösung und die Zwei-Staatlösung (in Anbetracht der Spaltung der palästinensischen Araber kann man mittlerweile auch von einer Drei-Staaten-Lösung sprechen). Von den genannten Konzepten ist das zweite das dominanteste. Die Grenzen zwischen dem arabischen und jüdischen Staat sollen so gezogen werden, wie sie 1967 waren. Das würde bedeuten, dass zahlreiche jüdische SiedlerInnen in den besetzen Gebieten im Westjordanland keinen Schutz durch den israelischen Staat mehr hätten und die Gefahr antisemitischer Pogrome in diesen Gebieten wachsen würde. Es wäre mit einer Flüchtlingswelle zu rechnen, die menschenrechtlich untolerierbar wäre. Die Zwei-Staat-Lösung beinhaltet daher alternative Grenzziehungskonzepte. So wurden durch den israelischen Mauerbau bereits Fakten dafür geschaffen. Dieses Faktenschaffen hat allerdings enorme Auswirkungen auf die Lebensbedingungen der Araber: Armut, Landraub, Einschränkung der sozialen Mobilität, ständige Überwachung und Kontrollen, sowie die ständige Anwesenheit von SoldatInnen. Die Konzepte der Herrschenden bezüglich Nahost bestehen also aus der Schaffung von Staaten und der Ziehung von Grenzen bzw. dem Bau von Mauern.

Wie heftig dieser (Aus-)Grenzterror ist, zeigt auch der Frontex Abwehrschirm der EU und die Gefängnisse für afrikanische Flüchtlinge in Südeuropa. Es macht sich in Nahost vor allem in Gaza bemerkbar. Die jüdischen Siedler in Gaza zogen vor etwa 5 Jahren ihre Siedlungen aus dem Gaza-Streifen ab. Gleichzeitig verhängten sie ein Wirtschaftsembargo und bombardierten die Region einige Wochen lang. Auch Schulen wurden dabei getroffen. Gaza ist ein Zwangsstaat, abgekoppelt von der Außenwelt und  regiert von einer gruseligen Muslimpartei, die bis vor kurzem noch gefordert hat, alle Juden ins Meer zu treiben. In diesem Quasi-Staat leben die Menschen unter den beschissensten Bedingungen und wer sich versucht mit ihnen zu solidarisieren, gerät meistens an reaktionäre deutsche Friedens-Antisemiten, die ihrem Hass gegenüber Israel bzw. Juden Luft verschaffen wollen. Die Solidarität mit den Menschen in Gaza, kann sich nicht erschöpfen, in einer eindimensionalen Staatenlösung oder einseitiger Israelkritik. Sie muss den Staat in allen seinen Erscheinungsformen als den Kern des Problem erkennen und die Ausbeuter und Kriegstreiber, die er hervorgebracht hat, als seine gemeinsamen Feinde im Kampf um die anarchostalinistische Befreiung des Planeten erkennen. Um mit den Leuten von Gaza solidarisch zu sein, müssen wir natürlich den israelischen Staat radikal kritisieren, nämlich als das was er ist: ein  hochgerüstetes Bollwerk des westlichen Imperialismus gegen die Völker der arabischen Halbinsel. Die Menschen in Israel müssen den staatlichen und kapitalistischen Apparat auf ihren Schultern (er)tragen. Die staatliche Erziehung, sowohl die nationalistisch als auch militaristisch ist, trägt bei zur Aufrechterhaltung der israelischen Besatzung in Westjordanland. Aber die Menschen in Israel wachen auf und merken langsam, dass der Staat ihnen nicht mehr helfen kann. Die großen Proteste von 2011 waren ein Aufbegehren gegen den Kapitalismus, die israelische Besatzung und das Finanzkapital. Solidarität ist also nicht nur gegenüber den arabischen ArbeiterInnen zu zeigen, sondern auch gegenüber den jüdischen ArbeiterInnen, deren Arbeitskraft der Aufrechterhaltung des Kriegszustandes geraubt wird. In den Fabriken und Einaufszentren von Westjordanland und Tel Aviv werden die ArbeiterInnen ausgebeutet. Sowohl in Israel als auch in Westjordanland und vor allem Gaza werden anarchostalinistische Zusammenhänge, vegane Emo-Hippies und SatanistInnen durch staatliche Repressionsorgane brutal verfolgt.

Die anarchostalinistische Fraktion tritt entschieden für die Kein-Staaten-Lösung ein. Durch die hermeneutisch-materialistische Historiographie des wissenschaftlichen Anarchostalinismus berechneten wir ein strategisches Konzept, welches mit aller höchster Wahrscheinlichkeit zu einem dauerhaften Frieden zwischen Israelis und Palästinensern führen wird: es soll einfach keine Israelis und Palästinenser mehr geben. Alle Menschen, die sich als solche bezeichnen, werden streng umerzogen zu anarchostalinistischen Kosmopoliten, deren kollektive Identität durch die Freisetzung der Bedürfnisse und Triebe, sowie dem unbedingten Willen zur gegenseitigen Hilfe gewährleistet bleibt. Die Grenzen fallen weg, die Staaten lösen sich auf und werden zu Landschaften und Regionen die frei mit einander verbunden sind und im gegenseitigen Austausch der Güter sich gegenseitig eine Freude machen – weil es eine Ehre ist. Die freien planetaren Weltkommunen finden im historischen Kibbutzim ihr Vorbild, sowie in den befreiten Gebieten von Chiapas und vielen Häusern und Straßenzügen in den kapitalistischen Zentren. Staatenlose Inseln der Befreiung unter dem anarchostalinistischen Banners der totalitären Freiheit und Gleichheit.

Die futuristischen Eingebungen der anarchostalinistischen RevolutionärInnen können in Nahost durch eine aktualisierte Exegese der heiligen Schriften Koran und Tora in die Bevölkerung getragen werden. Durch Neuinterpretationen und Verschleierung von reaktionärer Ideologie innerhalb der heiligen Texte, werden subtil antistaatliche und antikapitalistische Inhalte in den Fokus gestellt und gepredigt. Eine Kundgebung unter dem Titel: Allah was a Anarchist oder Bolshewik Barmitzwa könnte im bereich der urbanen Subkultur Intellektuelle, linke AktivistInnen und radikale ArbeiterInnen sowohl in Israel als auch in Jordan und Gaza anlocken.

Kein Staat, das bedeutet: keine Pässe, keine normalen Gerichte, neue Gesetze und keine Polizei mehr, statt dessen Volksmilitz ohne Waffen. Auch keine Steuern oder Währung (evtl. EC-Karte). Kein Finanzamt oder das Militär. Parlament wäre weg und konsensdemokratische Versammlungen würden kommen, keine Minister und Amtszeiten, keine Sozialhilfe oder Schulzwang. Aber: Die Gewerkschaften könnten versuchen in der Revolution das Ruder zu übernehmen, sie sind eine enorme Gefahr. Sie gelten als wichtige Stütze des Staates, genauso wie die Parteien und Naturschutzvereine. Daher die Devise: zerschlagen! Der Staat ist ein unüberschaubarer Haufen von Millionen von Lobbyisten. Die bürokratischen Kerker haben ihre Hirne vernichtet und lassen sie wie Automaten an der Selbsterhaltung und-vernichtung arbeiten. Die bürokratische Industrie, die Vergewaltigung der Zeit und der menschlichen Seele, muss fallen, damit die freie Entfaltung der menschlichen Triebkräfte die Entwicklung der Gesellschaft weiter voran treiben kann. Eingezäunt in den Maschendraht von Lohnarbeit und Staatsknete vegetiert das kreative Tier im Tiefschlaf vor der Glotze und kriegt die Kotze wenn eine Sängerin rausfliegt. Bei vielen ist das Hirn schon längst weggeflogen und sie verbetonieren sich hinter der Fassade einer bürgerlichen Ehe und dem totalen Zwang sich ausbeuten zu lassen. Gemäß den Überlegungen des anarchostalinistischen Psychoanalytikers Otto Grossito entwickelt sich ein revolutionäres Bewusstsein in der Bevölkerung durch die Freisetzung und Bewusstmachung ihrer unbewussten Treibkräfte. Extrem schlechte Laune, exzessiver Drogenkonsum, Gewalt, Passivität und Selbstverachtung sind die Symptome einer gesellschaftlichen Hysterie die bis in den Gaza-Streifen und Chicago reicht. Muslime, Christen, Juden, Kommunistinnen und freiliberale Anarchopositivistinnen weltweit sind bereit sich von dieser tödlichen Hysterie zu lösen. Als Pädagoginnen und Direktoren in den neuen anarchostalinistischen Bildungsanstalten werden sie die Grundlage legen für die ganzheitliche Befreiung des Menschen von den Unerträglichkeiten der systemischen Unterdrückung.

In diesem Unterricht, den wir in Projektschulen in Gaza und Tel Aviv versuchen zu verwirklichen, soll die nationale Erziehung völlig wegfallen. Die Unterrichtssprache ist Englisch, alles andere wird den Omas und Opas und Cronisten überlassen. An oberste Stelle steht der Umweltschutz und die Liebe zum eigenen und fremden Körper. Die psychoanalytischen Grundlagen des Bildungsplans machen eine emanzipatorische Sexual- und Geschlechtserziehung unerlässlich. Die Kräfte des Unbewussten müssen durch die anarchostalinistisch ausgebildeten LehrerInnen den Schülern bewusst gemacht werden, um sie schießlich anzuerkennen und sie der revolutionären Umwälzung der Gesellschaft dienlich zu machen. Das Unbewusste, die Aufklärung, die Befreiung und Revolution müssen als Prinzipien des Geschichtsunterricht volle Entfaltung finden. Totale Individualität und historisch getragene Kollektivität. Der unbewusste Mensch wird zum bewussten Mensch und öffnet seine Möglichkeiten für die anhaltende Veränderung der Lebensumwelt durch die Kraft seiner Hände und des Hirns. Die gegenseitige Liebe schafft den Sozialismus im Herzen, wusste Goethe einst zu sagen, womit er verdammt nochmal nicht recht hatte. Denn auch der Hass muss bewusst gemacht werden, die Gier, der Stolz und die Ignoranz vor allem. Das moralische Moment muss dem materialistischen unterstützend zu Seite stehen, sonst werden unsere Versuche gnadenlos scheitern am kitschig-kackdeutschen Verblödungsspektakel.

Jerusalem wird dann nicht etwa Hauptstadt von Israel oder von Palästinensien sein, sondern eine kosmopolitische Metropole, voller Wunder und Abenteuer, mit arbeitenden und liebenden Menschen, mit Lärm und Suff und Freude, aber auch Sport. Vor allem Tennis. Es wird die Stadt der ewigen Treue zur antiautoritären Gewaltherrschaft. Der anarchostalinistische Schwur wird nicht ungehört bleiben und die Kein-Staaten-Lösung bald in aller Munde sein. Keine Staaten, keine Nationen und keine kapitalistische und bürokratische Ausbeutung. Wir nehmen uns was wir wollen, über alle Grenzen und Mauern hinweg. Nieder mit dem Unterdrückerregimes in Palästina, Freiheit für die ArbeiterInnen und politischen Gefangenen, nieder mit den Spaltern und Sektierern der trotzkistischen Sektionen der 5. Internationale, kein Fußbreit den antideutschen Zionhetzern aus Sachsen und der Steiermark, keine Chance den braunen Menschenhassern von NPD bis Vertriebenverbände, nieder mit den islamophoben Israel-Nationalisten und den vulgär-anti-imperialistischen ML- und Trotzki-Trotteln. Wenn wir uns im ideologischen Kampf gegen dieses ganze Sektiererpack durchgesetzt haben, können wir anfangen mit der kollektiven Bewusstseinsveränderung durch Internet und co. Man könnte eine Facebook-Veranstaltung machen und alle Freunde einladen.

Israel und Gaza bleiben ein heißes Pflaster. Es gilt die alte Parole Friedrich Schillers: Wir mussten gehen, denn Unheil kam über uns als wir und die Nasen piercten und MDMA verzehrten. Die Stoßrichtung unserer Agitation bleibt die Zerschlagung der PLO, der israelischen Staatsapparats, der Hamas und der Fatah, die Zerschlagung der Knesset-Parteien und die Gründung einer einzigen, revolutionären Partei aller ArbeiterInnen, die in freiem Austausch und im Konsensprinzip alles in die eigenen Hände nehmen.

Nieder mit der Bourgeoise!
Lang lebe der planetare Anarchostalinismus!
Freiheit für die Gefangenen Israels, Westjordanland und Gaza!
Boykott Hamas&Netanjahu!

Die fortschrittlichsten Gruppen sind Anarchists Against The Wall, die antizionistische Linke in Israel, die kommunistischen und liberalen Kräfte in Westjordanland und Gaza, sowie die Frauen.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Nahost und die Kein-Staat-Lösung

  1. skriptalstrangulat schreibt:

    „Die fortschrittlichsten Gruppen sind Anarchists Against The Wall, die antizionistische Linke in Israel, die kommunistischen und liberalen Kräfte in Westjordanland und Gaza, sowie die Frauen.“

    Habt ihr auch gehört was einigen Frauen von Anarchists Against The Wall von den „kommunistischen und liberalen Kräfte im Westjordanland“ nach Demos angetan wurde – Von den eigenen Mitstreitern belästigt und vergewaltigt. Die sollen sich jetzt bei Demos anders anziehen. Super fortschittlich.

  2. Casian Sahel schreibt:

    Also Juden und Araber ins Meer oder was?
    Glaubt ihr das selber was ihr Spinner so schreibt?
    Ich würde es schon fast für Satire halten,

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s